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Chronik des Kleingärtnervereins
"An der Langen Bünde e.V." in Göttingen

Infolge der Ereignisse von 1938/39 war der Bedarf an Kleingartenland besonders groß. Das Ehepaar Böttcher aus Geismar stellte der Stadt Göttingen aus diesem Grund Land zwischen der Reinhäuser Landstraße und der Groscurthstraße zur Verfügung mit der Verpflichtung, das Land nur kleingärtnerisch zu nutzen. So entstand 1938 mit 72 Parzellen Grabeland die Keimzelle für die spätere Kleingartenkolonie "An der Langen Bünde". In der 1. Mitgliederversammlung wurde Gfd. Fraatz zum 1. Vors., Gfd. Fränz zum 1. Schriftführer und Gfd. Hein zum 1. Kassierer gewählt.

Da die Landnachfrage noch sehr groß war, stellte das Ehepaar Böttcher 1939 weiteres Land zwischen der Groscurthstraße und dem jetzigen verlängerten Schulweg zur Verfügung, so dass weitere 104 Parzellen Grabeland verteilt werden konnten.

Der Pachtpreis betrug damals 2,4 Pfg. pro qm und der Jahresbeitrag 6,- RM. Diese Beträge wurden durch den Vorstand jährlich in zwei Raten kassiert und die Pacht an das Ehepaar Böttcher abgeführt. Gfd. Fraatz wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und Gfd. Hennesen in der nächsten Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt leitete er während der folgenden 10 Jahre. In seiner Amtszeit wurden in der unteren Hälfte die Wege verbessert und eine Wasserleitung gelegt. Für seine Arbeit bekam er zum 16. Stiftungsfest die silberne Ehrennadel und einige Jahre später die Goldene überreicht. 1941 kam der Wunsch auf, einen Kleingartenverein zu gründen. Am 5.2.42 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Göttingen mit dem Namen "Kleingärtnerverein An der Langen Bünde e. V." Göttingen. Mit Wirkung vom 1.Oktober 1944 wurde zwischen der Stadt Göttingen und dem Bezirksverband in Vertretung des Landesverbandes Niedersachsen der Kleingärtner ein Generalpachtvertrag für Dauerkleingärten auf die Dauer von 10 Jahren abgeschlossen, der sich automatisch um 5 Jahre verlängerte, wenn vorher von keiner Seite eine Kündigung erfolgte. Gfd. Homuth übernahm 1952 das Amt des 1. Schriftführers. Durch seinen Vorschlag und Freiwerden des Gartens Nr. 8 bekam der Verein 1958 seinen ersten Gemeinschaftsplatz mit Springbrunnen, der später in eine Moorbeetanlage umgewandelt wurde. Für seinen unermüdlichen Einsatz bekam Gfd. Homuth die silberne und später die goldene Ehrennadel. Zu erwähnen sei noch, daß Gfd. Homuth 1953 den Antrag stellte, den Verein in zwei Vereine (An der Langen Bünde Ost und West) aufzuteilen, um die Gartenmitglieder besser durch den Vorstand betreuen zu können. Da Gfd. Hennesen 1953 nicht mehr als 1. Vorsitzender zur Verfügung stand, wählte die Versammlung Gfd. Richter, der die Geschicke des Vereines bis zum Herbst 1964 leitete.

Unter seiner Leitung wurden in der oberen Hälfte neben dem Hauptweg Zwetschenbäume angepflanzt (während des Krieges war die Rasenfläche noch zusätzlich als Grabeland verpachtet). 1953 feierte die Stadt ihr 1000jähriges Jubiläum; wir waren am Umzug mit einer Gruppe Kleingärtner beteiligt. 1954 wurde im Verein die Schreberjugend gegründet, die viele Jahre existierte. Gfd. Koch setzte sich besonders für die Gründung von Jugendgruppen ein. Der Haupteingang an der Reinhäuser Landstraße wurde neu gestaltet und die Kolonie mit Buchen- und Buchsbaumhecken umgeben, sowie mit Maschendraht eingezäunt. Der Hauptweg der oberen Hälfte wurde mit Bordsteinkanten eingefasst und befestigt sowie ein Vereinshaus errichtet. Durch Gfd. Richters Einsatz bekamen wir als Vereinshaus eine Baracke, Bordsteinkanten, Schotter, Kohlasche, usw. unentgeltlich. Gfd. Hennesen übernahm bis zum Jahr 1962 das Amt des 2. Vorsitzenden. 1954 löste Gfd. Oehlmann den Kassenführer Gfd. Neuholz und Gfd. Bautz den Schriftführer Homuth ab, der dann noch bis 1962 die Geschäfte des Fachberaters übernahm. Im Frühjahr 1957 feierte der Verein sein 15jähriges Stiftungsfest und in der JHV dieses Jahres wurde Gfd. Roth zum 1. Schriftführer gewählt. Er versah dieses Amt bis 1964. Von 1960 an war Gfd. Hartmann für die Kassengeschäfte verantwortlich, der nach seinem Ausscheiden 1972 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm 1964 Gfd. Meyer. Unter seiner Leitung wurde der Spielplatz vor dem Vereinshaus um einen Garten vergrößert und Spielgeräte aufgestellt. Außerdem wurde ein Bauausschuss gegründet, da ein Neubau des Vereinshauses geplant war. Leider mußte dieser Plan wieder fallen gelassen werden, da uns der Besitzer des Gartenlandes, Herr Böttcher, seine Einwilligung versagte. 1969 wurden die Beerensträucher entlang des Hauptweges in der oberen Hälfte durch Ziersträucher ersetzt. Die Geschäfte des 1. Kassierers übernahm 1972 Gfd. Okras, der dieses Amt bis zu seinem Ableben 1981 versah. Gfd. Hospes übernahm 1973 den 1. Vorsitz und Gfd. Nachtwey die Stelle des 1. Schriftführers. 1974 wurden von der Verwaltung und dem Stadtrat Überlegungen angestellt, eine Bezirkssportanlage auf den Gärten der oberen Hälfte (102 Gärten) und der Kolonie Abendfrieden zu errichten. In der Jahreshauptversammlung 1974 stellte Gfd. Haase den Antrag, eine Resolution gegen den Bebauungsplan Nr. 23 zu verfassen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Resolution verfasste der Vorstand. Darin kam zum Ausdruck, dass Rat und Verwaltung anderes Gelände für die Sportanlage suchen sollten (südlich der Kiesseestraße). Eine freiwillige Räumung käme von uns aus nicht in Frage. Die Resolution wurde an Rat und Verwaltung über den Bezirksverband gesandt. Gfd. Winkler hatte zusätzlich die Fraktionsvorsitzenden der Parteien angeschrieben und in gewissen Abständen Leserbriefe im Göttinger Tageblatt veröffentlicht. 1976 übernahm Gfd. Winkler den 1. Vorsitz, den er fünf Jahre lang ausübte. In dieser Zeit wurde das Vereinshaus ausgebaut. Gfd. Brändel übernahm 1981 den 1. Vorsitz. Da durch den Ausbau des Vereinshauses dieses auch mehr genutzt wurde, was wir dem Einsatz von Gfd. Brändel zu verdanken haben, erfolgte 1982 der Bau einer Klärgrube. 1983 übernahm Gfd. Hegemann die Kassengeschäfte von Gfd. Homann, der dieses Amt seit 1981 innehatte. Gfd. Winkler erhielt 1983 wegen seiner Verdienste die große goldene Ehrennadel des Landesverbandes. Da die sich Verwaltung und die damals verantwortlichen Parteien bemühten, die Bezirkssportanlage zu verwirklichen, schlug Gfd. Brändel der Versammlung vor, einen Ausschuss "Erhalt der Kolonie" zu gründen. Die Gfde. Hormann, Juraschek und Habicht, sowie die Gfde. Haase, Paetzold und Winkler wurden einstimmig von der Versammlung gewählt. Der Ausschuss wurde später durch die Gfdn. Paetzold und Weitemeier erweitert. Es wurden Gespräche mit den Parteien und Einzelpersonen geführt. Mit Ratsmitgliedern wurde das Gelände besichtigt. Öffentliche Diskussionen wurden vor dem Vereinshaus und in der IGS sowie in der Verwaltungsstelle Geismar veranstaltet. Eine Unterschriftenaktion brachte uns innerhalb weniger Tage über 7300 Unterschriften für den Erhalt der Kolonie ein, die dem Oberbürgermeister zur Auswertung überreicht wurden. Nur durch den Einsatz des Ausschusses und des Bezirksverbandes wurde verhindert, dass auf unserem Gartengelände eine Bezirkssportanlage errichtet wurde. 1984 übernahm Gfd. Paetzold den 1. Vorsitz, und Gfd. Nolte verblieb weiterhin als 1. Schriftführer im Amt. Gfd. Winkler wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 1985 schlug Gfd. Paetzold in der Jahreshauptversammlung vor, ein neues Vereinshaus zu bauen. Gfd. Fricke, Architekt a. D. hatte freundlicherweise mit dem Vorstand zwei Entwürfe vorbereitet, über die eifrig diskutiert wurde. Die Versammlung stimmte einem Neubau zu. Gfd. Fricke, durch seine berufliche Tätigkeit bei den Behörden gut bekannt, übernahm die Verhandlungen, vorbereitende Planungen und den Entwurf. Verantwortlich für die Bauaufsicht und die Ausführung mehrerer Bauabschnitte waren im wesentlichen auch in altbewährter Weise die Gfde. Fricke, G.Oppermann und Corde. Der Abriss des alten Hauses erfolgte am 5.8.1986; bereits am 29.8.1986 wurde Richtfest gefeiert. Nach erfolgten Innen- und Außenarbeiten steht uns seit 1987 ein Vereinshaus von 136 qm zur Verfügung, in dem gut 80 Personen Platz haben, so dass die Gemeinschaft innerhalb unseres Vereines mehr gepflegt werden kann.

Auf der Mitgliederversammlung 2000 übergab Gfd. Paetzold nach 16jähriger Vorstandsarbeit den Vorsitz an Gfd. Seefeldt. Die Vereinshausleitung wurde nach 10jähriger Tätigkeit von Gfdn. Elke Paetzold an den Gfd. Dunemann übergeben. Als Fachberaterin wurde Gfdn. Wienecke gewählt. Auf der Mitgliederversammlung 2001 haben die Mitglieder beschlossen, einen Geräteschuppen zu errichten, da der vorhandene Raum aus seinen Nähten platzte. Im Frühjahr 2002 wurde ein 21 qm großer Geräteschuppen, überwiegend in Gemeinschaftsarbeit, errichtet. Nachdem Strom- und Wasserversorgung eingerichtet waren, stand dem Verein wieder ein funktioneller Raum, auch für Reparaturen an den Geräten, zur Verfügung.

Der Vorstand setzte sich bis 2005 aus Gfd. Karl-Heinz Seefeldt, 1. Vorsitzender; Gfd. Renzo Boccacci, 2. Vorsitzender; Gfd. Klaus-Dieter Zindel, 1. Kassierer; Gfd. Thomas Todenhagen, 2. Kassierer; Gfd. Ulrich Hormann, 1. Schriftführer; Gfdn. Cordula Launert, 2. Schriftführerin; Gfdn. Ursula Wienecke, Fachberaterin o.H. und Gfd. Jörg Herzog, Fachberater u.H. zusammen.

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